Ein starkes Bündnis im Landkreis Verden gegen die aktuelle Förderpraxis der Erdgasindustrie

Lagerstättenwasser?

Grundsätzlich wird bei jeder Erdgasförderung auch Lagerstättenwasser mit an die Oberfläche gefördert. Dieses salzhaltige Tiefenwasser ist häufig hoch belastet mit Giftstoffen wie Quecksilber, Benzol und oft auch radioaktiven Substanzen.

Das belegt sogar die Studie „Nachhaltiger Umgang mit Lagerstättenwasser aus der Erdgasförderung“, die der Energiekonzern RWE Dea selbst für seine niedersächsischen Förderstellen in Auftrag gegeben hat.

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Wohin aber mit diesem gefährlichen Abfall, der in Niedersachsen – Deutschlands größtem Erdgasfördergebiet – in Massen anfällt? Na, einfach ungereinigt zurück in die Gesteinsschichten, aus denen das Gas abgezapft wurde, sagen sich die Energiekonzerne.

„Was die DEA mit diesem riskanten Vorgehen uns, unseren Kindern, unseren Böden und unseren Ökosystemen antut, ist nicht hinnehmbar“, beklagen die Bewohner der Region. 

Denn dass der Umgang mit dem giftigen Lagerstättenwasser schlimme Folgen haben kann, ist speziell den Menschen in Völkersen und Celle bestens bekannt. Hier haben in den zurückliegenden Jahren Unfälle beim oberflächennahen Transport von Lagerstättenwasser zu erheblichen Bodenverseuchungen geführt. Oberflächengewässer waren in Gefahr, die Ernte von Landwirten unverkäuflich.

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Der Plan der DEA ...

Jetzt will man in Völkersen ein neues Entsorgungsverfahren einführen, dessen Auswirkungen weder realistisch abschätzbar noch vorhersehbar sind. An der aufgegebenen Förderstelle „Völkersen Nord Z3“ soll – so der Wunsch von DEA – das gesamte Lagerstättenwasser aller firmeneigenen Förderstellen aus ganz Niedersachsen in Tiefen zwischen 3000 und 5000 Metern verpresst werden. Pro Jahr, so schätzt der Konzern selbst, wären das 130.000 m³. 

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130.000 m³ Lagerstättenwasser mit teilweise gravierend schwankenden Belastungswerten, die dann – wenn der Antrag genehmigt würde – ohne weitere Reinigung zurück dürften in die Erde. Nirgendwo sonst in Deutschland ist ein derart leichtsinniger Umgang mit Giftstoffen erlaubt.

„Warum wollen die Energiekonzerne das Grundwasser solchen Gefahren aussetzen?“, so die Sorgen der Menschen. Denn der Weg dieses Giftcocktails zurück in die Fördergesteine führt durch Grundwasserschichten und damit durch zukünftiges Trinkwasser. Und niemand kann verlässliche Angaben darüber machen, wohin sich das verpresste giftige Lagerstättenwasser im Erdreich überhaupt bewegen wird, das dann aber für immer unkontrollierbar und nie rückholbar „entsorgt“ wäre. 

Im Dezember 2014 beantragte DEA die notwendige Verpress-Erlaubnis, doch noch ist nichts genehmigt

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Die Gefahren!

Unverantwortlich, sagen die Menschen, die in den betroffenen Gebieten in Bürgerinitiativen gegen dieses Vorhaben angehen. „Unverantwortlich“ sollten aber alle sagen, denn:

Trinkwasser ist unser höchstes Gut!

Große Regionen (auch weite Teile Bremens) bekommen Trinkwasser aus Grundwasserspeichern, die im Einwirkungsbereich der niedersächsischen Erdgasförderung liegen. Alleine DEA fördert in drei Förderregionen (Verden, Rotenburg und Celle-Heidekreis) Erdgas. Insofern geht es um die Lebensqualität in der Region und um das Trinkwasser für hunderttausende Menschen in Norddeutschland.  

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„Die Energiekonzerne wollen Völkersen zum Vorreiter für unerprobte und augenscheinlich riskante Technologien machen“, beklagt Thomas Vogel. Doch dem  Sprecher der BI Völkersen geht ihm nicht nur um seine Heimat. „Nirgendwo soll es je möglich sein, ungereinigtes giftiges Lagerstättenwasser wieder zu verpressen.“ 

Zumal es auch anders geht: „Die Reinigung von Lagerstättenwasser ist möglich! Aber sie kostet Geld und schmälert den Konzerngewinn!“, sagt Andreas Noltemeyer, Ortsbürgermeister der Gemeinde Völkersen.   

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Über 1300 Teilnehmer demonstrierten in Völkersen

Die Demo am 09.05. in Völkersen war ein großer Erfolg.

Unterstützt von über 1300 Teilnehmern, Politikern aller Fraktionen aus Landtag und Bundestag sowie mit Journalisten von Regionalzeitung, über NDR bis Spiegel TV haben wir bei unserer Demo gegen die Verklappung ein deutliches Zeichen gesetzt: Wir stellen uns quer!

Nachfolgend die Links zur bisherigen Veröffentlichung in der Presse.
Der NDR "Hallo Niedersachsen" Bericht ist leider nicht mehr online verfügbar. Die überregionalen TV Sender haben noch keine Termine für die Berichterstattung bekannt gegeben.

Kreiszeitung: "Ein Berg an Problemen" , Fotostrecke zur Demo

Weser Kurier: "Die Gegenwehr geht in die nächste Runde"

Unser Kampf wird weitergehen: Kein Gift in unsere Erde!

Die Bürgerinitiativen:


www.nofracking.de

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www.bi-langwedel.de

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www.bi-intschede.de

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www.rotehand.de

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bi-lintlergeest-gegen-gasbohren@freenet.de

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www.walle-gegen-gasbohren.de

 

Stell Dich quer!

Völkersen wehrt sich also im Namen aller und bittet um Hilfe.
„Wir wollen nicht zur „Asse“* der niedersächsischen Erdgasindustrie werden!“

Dafür demonstrieren alle Bürgerinitiativen gegen das Gasbohren zusammen am Sonnabend, 9. Mai. Sie laden alle Menschen herzlich ein, mitzumachen, sich für sauberes Grund- und damit sicheres Trinkwasser zu engagieren und der Forderung Nachdruck zu verleihen, dass Sicherheit und Gesundheitsvorsorge Vorrang hat vor Konzerngewinnen. 

Treffpunkt ist um 14 Uhr in Holtebüttel, Nähe DEA Hauptbetriebsplatz, Schülinger Straße (Parkplatz gegenüber dem Friedhof).

Der Demonstrationszug führt nach Völkersen zum Gasthof Grashoffs, dort findet die Abschlusskundgebung statt. Kreative Plakate und lautstarke Akustik sind willkommen, für das leibliche Wohl wird gesorgt. Trecker mit Motivwagen und eine Sambagruppe begleiten die Demonstration

* Die „Asse“ ist ein ehemaliges Salzbergwerk zehn Kilometer südöstlich von Wolfenbüttel, das als Endlagerung für schwach bis mittel-radioaktive Abfälle erprobt wurde. Mit grausamen Folgen für die Region: Die Fässer rosten, Radioaktivität verseucht die Böden, Grundwasser ist in Gefahr, Land und Immobilien verlieren an Wert, eine Region auf dem Abstellgleis. Auch hier hatten die Menschen den Versprechen der Atommüllentsorger geglaubt, dass diese hochgefährlichen Stoffe „sicher“ verpackt wären.